Ein neues Abrechnungssystem steht vor der Tür: «Swiss DRG» (Diagnosis Related Groups) wird voraussichtlich ab 2012 die neue Basis für die Verrechnung von stationären Spitalleistungen. Standardisierte Prozesse und an diese angepasste Materialkonzepte wie z.B. Operationssets, so genannte CPTs, leisten zukünftig einen wesentlichen Beitrag zur Sicherstellung einer effizienten Patientenbetreuung und Leistungsverrechnung.
Ohne Gesundheit ist alles nichts
Die Klinik Lindberg in Winterthur bietet eine erstklassige medizinische Versorgung sowie eine familiäre Atmosphäre in gepflegter Umgebung. Spezialisiert ist die Klinik Lindberg auf Übergewichtsmedizin, Kardiologie, Schmerztherapie, Medizin des Bewegungsapparates, Unfallchirurgie und Viszeralchirurgie, Medizin für die Frau und Urologie. Ein ergänzendes Spektrum weiterer wichtiger internistischer Fachgebiete wie z.B. Gastroenterologie oder Diabetologie und Endokrinologie sowie Anästhesie und Intensivmedizin rundet das Leistungsangebot der Klinik ab. Eine Pflegeresidenz ergänzt zusätzlich das medizinische Angebot. Die Klinik Lindberg wurde kürzlich für sämtliche Klinikbereiche nach ISO 9001:2008 zertifiziert, ist ferner von der UNICEF als stillfreundliche Klinik ausgezeichnet und gehört als Mitglied der „Swiss Leading Hospitals“ zu den führenden Privatspitälern der Schweiz.
Im Gespräch mit Christina Militello, Pflegedienstleiterin, ebenso aber auch verantwortlich für die Ökonomie und für die Apotheke, erfahren wir mehr über die Einführung der CPTs. Welche Vorteile bringt eine solche Umstellung und welche internen Veränderungsprozesse haben in der Klinik stattgefunden.
Die Definition „Fallpauschale“ und „DRG“
Bei der Fallpauschale handelt es sich um eine summarische Form der Vergütung von medizinischen Leistungen pro Behandlungsfall, wobei sich die effektive Leistungsverrechnung als Gesamtpreis „Klinik und Arzt „ nach Codierungsrichtlinien für Haupt-und Nebendiagnosen der durchgeführten Behandlung richtet. Dies bedingt ein Umdenken für Medizin und Pflege und Administration. In Zukunft wird jede spezifische, medizinische Behandlung im Spital ihren fix festgelegten Preis haben, in welchem auch sämtliche entsprechenden Nebenleistungen inbegriffen sind. Die vielen Einzelpositionen gemäss heutiger Unsanz werden in Zukunft unter einem Kostendach zusammengetragen. Daraus werden die jeweils durchschnittlichen Behandlungskosten errechnet „DRG-Code“.
Das DRG-System macht deutlich, dass die Diagnose – und nicht die individuelle Behandlungsdauer – die Berechnungsbasis bildet. DRG-Systeme wurden bereits mit einigem zeitlichen Vorsprung , allerdings in etwas anderer länderspezifischer Konfiguration, z.B. in Australien, Holland oder Deutschland eingeführt. „Swiss DRG“ berücksichtigt nun eben die Eigenheiten des Schweizerischen Gesundheitswesens. Ist das neue Spitalfinanzierungsmodell erst einmal eingeführt, bringt es – gemäss internationalen Erfahrungen – administrative Vereinfachungen, Transparenz und Kostensenkungen. Es ist aber auch zu sagen, dass Länder mit mehrjähriger Erfahrung bezüglich den Vorteilen des DRG auch zunehmend mehr Skepsis entwickeln.
Fallpauschale in der Klinik Lindberg
Schon heute wird in der Klinik Lindberg mit einem Fallmanagement gearbeitet. Im Halbprivatbereich ist die Fallpreispauschale bereits umgesetzt worden. Beim Beispiel eines Kaiserschnitts im halbprivaten Bereich haben die Patientin und die Klinik gemäss „Swiss DRG“ 7 Tage Aufenthalt zur Verfügung. Treten Komplikationen wie z.B. Nachblutungen auf, muss der behandelnde Arzt mit der Kasse Rücksprache halten und dies in seinem Bericht festhalten. Sobald die Krankenkasse die Einwilligung erteilt, den Patienten aus der Fallpauschale zu nehmen, kommt der so genannte „DRG-Code“ zum Einsatz. Natürlich gibt es auch Patienten welche auf eigenen Wunsch bevorzugen ihren Klinikaufenthalt zu verlängern. Bei diesen Fällen entscheidet der Facharzt über die Aufenthaltsverlängerung und somit trägt bei Fallpreispauschalen die Klinik die Kosten und nicht die Kasse.
CPTs - ein klarer Vorteil für jede Institution
Seit über vier Jahren wird in der Klinik mit kundenspezifischen Sets (so genannten CPTs) gearbeitet. „Die Evaluationsphase war eigentlich die grösste Herausforderung“ betont Frau Militello. Eine Situationsanalyse ist ein wichtiger Bestandteil der Evaluation. So wurden die OP-Leitung, die Fachbereichsleiter des OP-Teams und Ärzte zusammen mit dem Beratungsteam der Cosanum an einem Tisch vereint. Folgende Ausgangslage wurde festgehalten:
- Welche Eingriffstypen gibt es in der Klinik
- Wie viele Operationen werden pro Jahr vollzogen
- Welche Standards-Sets können eingesetzt werden
„Die Fachbegleitung durch den Lieferanten ist ein wichtiger Punkt. Von der Entwicklung bis zur Einführung des Sets, benötigen wir eine kompetente Unterstützung und das Schöne ist, dass dieser Service auch noch darüber hinaus bestehen bleibt“ so Frau Militello.
Ausschlaggebend für die Umstrukturierung war nicht nur die Aussicht auf die bevorstehende Einführung der Fallpauschale im 2012, sondern auch wirtschaftliche und logistische Gründe standen für die Klinik Lindberg für die Standardisierung von medizinischem Material im Vordergrund. Heute werden in verschiedensten Fachdisziplinen Sets eingesetzt. Vom Standard-Set bis hin zum Komplett-Set im OP-Saal, in der Anästhesie, aber auch in der Pflege am Bett. Diese Sets sind heute nicht mehr wegzudenken.
Gewinnbringende Vorteile für Patient und Klinik
Vor der Einführung der CPTs wurden alle einzelnen Komponenten für eine Operation oder bei der Pflege des Patienten bereitgestellt und deren Verbrauch einzeln erfasst. Die Customer Procedure Trays ermöglichen heute auch in administrativer Hinsicht eine massive Erleichterung. Durch das Einlesen der Barcodes auf dem Set werden alle einzelnen Komponenten automatisch erfasst. Im Operationssaal spielt der logistische Aspekt eine zusätzlich wichtige Rolle. Durch die „just in time“ Lieferungen der Firma Cosanum konnte die Lagerhaltung in der Klinik reduziert und vereinfacht werden. Der Zeitgewinn aus der rascheren Materialbereitstellung ermöglicht dem Fachpersonal eine effizientere Vorbereitung auf die bevorstehende Operation. Die Sets sind „ready for use“ konzipiert. Somit entfällt ein grosser Anteil an Verpackungsabfall und entsprechende Entsorgungsaktivitäten. Die Pflege kann sich dadurch wieder vermehrt ihren Kernkompetenzen wie z.B. OP-Technik, Spezialpflege und der qualitativ guten und aufmerksamen Betreuung des Patienten, aber auch der Schulung und Überwachung des Fachpersonals widmen. Eine hohe Kostentransparenz und eine kontinuierliche Lieferantenreduktion sind weitere wichtige Schlüsselfaktoren von denen alle Parteien profitieren.
Auch auf die Wechselzeiten zwischen den Eingriffen hat die Einführung von CPT’s durch Vereinfachung der Materialbereitstellungsabläufe einen positiven Effekt. Ebenso kann die Einführungszeit neuer Mitarbeiter dadurch verkürzt werden.
Versteckte Kosten bleiben aus
Mit den kundenspezifischen Operationssets werden die Kosten markant gesenkt und die Zeitgewinnung ist bedeutend. Die oft versteckten Kosten, welche bei den internen Abläufen durch das konventionelle Modell entstanden, gehören heute dank den CPTs der Vergangenheit an. Es gibt Studien, die belegen, dass „Bis zu 40 – 50 Minuten Arbeitszeit vor einem Eingriff eingespart werden können, weil eben die Materialsuche, die Zusammenstellung der Produkte, das Auspacken und Verrechnen wegfallen. Eine stetige Steigerung der Prozess- und Arbeits-Qualität ist damit möglich.“
„In Zeiten, in denen Aspekte wie Wirtschaftlichkeit, Prozesssicherheit, Komplexitätsreduktion, aber auch Umweltbewusstsein einen immer grösseren Stellenwert erlangen, können wir mit unserem Partner Cosanum mit der Zeit gehen und eine nachhaltige Zusammenarbeit mit positivem Image aufbauen“ betont Christina Militello.
Quelle: Maria Speer und Vincenzo Aricò im Gespräch mit Christina Militello, Pflegedienstleiterin der Klinik Lindberg in Winterthur.







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