Jedes Jahr müssen vier der häufigsten chronischen Wunden Ulcus cruris, arterielles Gangrän, Dekubitus und diabetisches Fusssyndrom [1] versorgt werden.
Literatur
[1] Wund Value Model ConvaTec 2005
[2] „Nutzen durch Innovation“ - Eine Studie zum Beitrag der medizintechnologischen Industrie zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Deutschland. CEPTON GmbH, München 2007, im Auftrag der BVMed (Download PDF)
[3] Knapp, U. Die Wunde Pathophysiologie, Behandlung, Komplikationen. Thieme Verlag. 1999.
[4] Lippert, H. Wundatlas – Wunde, Wundbehandlung und Wundheilung. Barth Verlag. 2001.
World Union of Wound Healing Societies (WUWHS). Prinzipien der Best Practice: Wundexsudat und die Rolle der Verbände. Ein Konsensusdokument. London: MEP Ltd, 2007 (Download PDF)
Feuchte Wundversorgung – das Optimum für Arzt und Patient
Das Prinzip der feuchten Wundversorgung bietet optimale Bedingungen für eine physiologische Wundheilung. Die modernen Materialien nehmen überschüssiges Exsudat sowie toxische Produkte auf, ohne die Wunde auszutrocknen, und schützen die Wundränder vor nässebedingter Gewebeschädigung (Mazeration). Das feuchte Milieu ermöglicht eine optimale Zellteilung und Zellwanderung. Zudem schaffen feuchte Verbände ein sauerstoffarmes Milieu (niedriger pH-Wert), das die Entwicklung des Granulationsgewebes und die Gefässneubildung fördert. Weitere wichtige Funktionen sind der Schutz vor Sekundärinfektionen, die Polsterung gegen Druck und die Wärmeisolation, die wichtig für die Zellaktivität ist.
Auch die Patienten profitieren unmittelbar durch eine gesteigerte Lebensqualität: Sie haben weniger Schmerzen beim Wechsel der Verbände, weil sich diese ohne Schädigung des Gewebes entfernen lassen. Darüber hinaus wird der Wundschmerz minimiert.
Herkömmliche Wundversorgung verzögert die Wundheilung
Bereits seit mehr als 40 Jahren ist bekannt, dass die grosse Mehrheit der Wunden feucht versorgt werden sollte, um die natürlichen Heilungsbedingungen nachzuahmen. Doch noch immer werden Patienten mit Wunden herkömmlich versorgt [2]. Bei der konventionellen Wundversorgung ist der Verband trocken und dient im Wesentlichen als Barriere gegen Infektionen. Er saugt das Wundsekret auf, trocknet die Wunde aus, kann mit dem Wundgrund verkleben und verzögert den Wundheilungsprozess. Bei der trockenen Wundversorgung sind häufige Verbandwechsel nötig. Zudem besteht ein erhöhtes Infektions- und Verletzungsrisiko.
Moderne Wundversorgung senkt Therapiekosten
Die Kosten, die durch die Versorgung von chronischen Wunden entstehen könnten nach den Ergebnissen einer Untersuchung durch eine feuchte Wundversorgung bei chronischen Wunden der Bedarf an Verbandwechsel um ein Vielfaches, die Therapiekosten um 25% und die Schmerzen der Patienten um 50% reduziert werden. Zudem würden die Heilungsraten um bis zu 130% steigen.
Was sind chronische Wunden?
Chronische Wunden lassen sich sowohl nach ihrer Entstehungsart als auch nach der Dauer ihres Vorliegens definieren. So sind chronische Wunden auf eine gestörte Mikro- oder Makrozirkulation des Gewebes zurückzuführen, also die Folge einer Mangelversorgung der Haut und des subkutanen Gewebes [3]. Darüber hinaus wird eine Wunde als chronisch angesehen, wenn sie trotz fachgerechter, systemischer und lokaler Behandlung makroskopisch innerhalb von acht Wochen keine Tendenz der Heilung aufweist [4].
Wundheilung in drei Phasen
Die Wundheilung erfolgt in drei Phasen:
- In der Exsudations- bzw. Entzündungsphase kommt es zur Wundreinigung.
- In der Granulations- bzw. Proliferationsphase entwickeln sich Blutgefässe sowie Gewebe neu.
- In der Regenerations- bzw. Epithelisationsphase finden die Bildung einer neuen Hautschicht sowie eine Vernarbung statt.
Phasenadaptierte Wundversorgung
In der Exsudationsphase stehen die Entfernung von leblosem Gewebe (z. B. Fibrinbelag), das gute Exsudatmanagement und der Schutz der Wundumgebung im Vordergrund. Zu den erforderlichen Massnahmen gehören eine effektive mechanische Wundreinigung (Débridement), der Einsatz von absorbierenden Verbänden sowie der häufige Verbandwechsel.
In der Proliferationsphase müssen vor allem ein feuchtes, physiologisches Milieu aufrechterhalten und das Gewebe geschützt werden. Auch in der Regenerationsphase benötigt das wachsende Epithelgewebe feuchte und warme Bedingungen. Die Wunde sollte zudem vor mechanischen Einwirkungen von außen sowie einer möglichen Gewebezerstörung beim Verbandwechsel geschützt werden.
Für die moderne Wundversorgung steht eine Vielzahl von innovativen Materialen zur Verfügung, wie Hydrokolloide, Alginate und Hydrofiber. Die Wahl der Verbände ist unter anderem abhängig von der Art der Wunde, der Exsudatmenge, lokalen Störfaktoren (z.B. Infektionen, Nekrosen) sowie der jeweiligen Heilungsphase.
Quelle: ConvaTec Switzerland GmbH






