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Ein cooler Bruder

«Der Bro wird die Mobilität von Gehbehinderten revolutionieren», so die Worte von Co-Founder Thomas Gemperle gleich zu Beginn des Gespräches. Doch im hippen Büro des Technoparks auf dem ehemaligen Sulzer-Areal ist an diesem Tag kein Rollstuhl zu sehen. Nichts deutet darauf hin, nur einzelne Komponenten liegen herum. Raupen, Joy-Sticks und elektronische Chips, die mehr an eine Spielkonsole erinnern als an einen elektrisch betriebenen Rollstuhl des 21. Jahrhunderts. Der Bruder, oder Bro wie ihn das Start-up seit Kurzem nennt, sei, wie so oft in letzter Zeit, wieder einmal auf einer Vorstellungstour auf einer namhaften Messe, erklärt Gemperle.

Interdisziplinäres Team

Das 2017 gegründete Unternehmen geht mittlerweile ins zweite Jahr. Das Studentenprojekt stammt zwar bereits aus dem Jahr 2014, hatte ursprünglich jedoch eine andere Idee: Zum Studienabschluss wollten acht Studierende der ETH und zwei Industrial Designer der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) unter dem Projektnamen «Scalevo» einen Roboter entwickeln, der selbstbalancierend und treppensteigend Hindernisse überwinden kann. Die Gruppe kam zusammen, weil die ZHdK im Rahmen einer interdisziplinären Ausbildung angehenden Ingenieuren und Designern die Möglichkeit bietet, an gemeinsamen Themenstellungen zu arbeiten. Auf diese Weise sollen ein gegenseitiges Verständnis geschaffen und die Stärken beider Disziplinen miteinander verbunden werden. «Rund ein Jahr haben wir am Roboter gearbeitet. Die Technik war zwar noch nicht komplett ausgereift, funktionierte jedoch gut», erinnert sich Gemperle.

Scewo Gruppenfoto

Das änderte sich, als Gemperle und sein Team sich für eine Teilnahme am Cybathlon entscheiden. «Ich gab mich nicht damit zufrieden, einfach nur einen Roboter ohne Realitätsbezug zu designen. Etwas anderes musste her.» Die Anmeldung an dem Wettbewerb, den die ETH Zürich 2016 erstmals organisierte, und bei dem Menschen mit körperlichen Behinderungen sich dank neuester technischer Assistenzsysteme in sechs anspruchsvollen Disziplinen auf einem Parcours massen, gab den Studierenden neuen Schub. Ihr ehrgeiziges Ziel war nichts Geringeres als der Sieg. Neun Monate später stellte das Team seinen ersten Prototyp des motorisierten Rollstuhls vor. «Die Kombination aus Raupen und grossen Rädern sorgte am Cybathlon für grosses Aufsehen und ermöglichte den Behinderten ein unvergessliches Fahrtgefühl.»

Scewo Treppebild

Treppen steigen: kein Problem

Preise hat das Start-up für den Prototyp seither schon einige eingeheimst, zuletzt mit dem Scewo Bro den Jury-Preis der IFASInnovation Challenge 2018, die der Gesundheitslogistiker Cosanum gemeinsam mit SWISS Healthcare Startups und der Messe IFAS initiiert hat. «Wir gehen in die Schlussphase der Entwicklung, es sind nur noch einzelne Komponenten zu verbessern.» Der Marschplan ist klar: Die Marktreife will das Start-up mit der CE-Zertifizierung im Jahr 2020, parallel dazu prüfe man nun Produktionsprozesse und Vertriebskanäle. Gemperle ist froh um jede zusätzliche Publicity. «Für uns ist es wichtig, den Rollstuhl einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen.» Uneingeschränkte Agilität ist das Credo des Start-ups. Für den Rollstuhl der neuen Generation kombinieren die Macher von Scewo neueste Technologie mit modernstem Design. Ein Leben ohne Hindernisse und Beeinträchtigung soll so allen Betroffenen ermöglicht werden. Ein mobiler Bruder, ein guter Kumpel, auf den jederzeit Verlass ist, und der mehr kann als andere Rollstühle. «Unser Bro steigt Treppen und überwindet Barrieren», preist Gemperle die Vorzüge an. Ob mit zwei grossen Rädern auf unebenem Untergrund oder mit den zwei ausgefahrenen Raupen beim Auf- oder Hinabfahren von Treppen: Der Rollstuhl meistert elegant jede Situation. «Und das alles ganz einfach per Knopfdruck.»

Das Design ist schlicht, minimal und funktional, und mit seiner kompakten Grösse kommt der Bro durch jede Tür. Er hat sogar einen Lift-Modus, dank dem man auf Augenhöhe mit Freunden beispielsweise einen Drink an der Bar geniessen kann. «Und er braucht wenig Platz, um sich um die eigene Achse zu drehen», ergänzt Gemperle. Damals wie heute ist Thomas Gemperle der kreative Antreiber des Unterfangens. Er investiert zusammen mit seinem Team viel Herzblut. Vor allem in der Anfangsphase sei dies, das räumt er ein, ziemlich schwierig gewesen. Vor allem die unterschiedlichen Sprachen von Designern und Ingenieuren haben ihm zu schaffen gemacht. Doch heute will er die anfänglichen Erfahrungen und Schwierigkeiten nicht missen. Die ungleiche Interpretation des Machbaren habe der Sache gedient. «Als Kreatoren von industriell gefertigten Produkten tragen Industriedesigner eine gesellschaftliche Verantwortung, die weit über Stilfragen oder persönliche Präferenzen hinausreicht», definiert Gemperle seine Rolle. Es sei wichtig, dass Designer von Anfang an mit an den Entwicklungsprozessen arbeiten. Nur so könne man Design und Technik optimal miteinander kombinieren.

«Scewo ist das beste Beispiel dafür, was passiert, wenn gegensätzliche Auffassungen zusammenkommen, um eine Idee voranzutreiben und umzusetzen», meint auch Tabita Rüegg, die im Juli 2018 zum Team gestossen und für das Marketing und die Kommunikation zuständig ist. Der Name des Unternehmens steht für «stairclimbing electric wheelchair», das O symbolisiere das Rad, erklärt die Marketingfachfrau. Kommunikationsaspekte und Fragen der Serienanfertigungen rücken für das Start-up vermehrt in den Fokus, und wie jede andere Jungfirma steht auch Scewo vor der Herausforderung, den Rollstuhl zur Marktreife zu bringen. Thomas Gemperle ist auch heute noch der Spiritus Rector des interdisziplinären Projekts, doch jetzt braucht es andere Fachpersonen wie Tabita Rüegg, die das Produkt voranbringen. Das Start-up wächst aus dem Status des Jungunternehmens heraus, und wer weiss, vielleicht wird das Unternehmen bald einen Weltruf haben. So wie Sulzer einst.

Scewo Rollstuhl mit Frau